Erstbezugsmieten: Zenit überschritten

29.07.2019

In den letzten zwölf Monaten sind die Erstbezugsmieten in Deutschland im Schnitt um 0,8 % angestiegen. Damit sind sie wesentlich moderater gewachsen als die Mieten insgesamt und lagen sogar unterhalb der Inflationsrate von 1,6 % im Jahr 2018. Auch die günstigeren Bestandsmieten sind deutlich stärker angestiegen. Das belegen Auswertungen von Analyse & Konzepte für die Zahl des Monats in „Die Wohnungswirtschaft“ 08/2019.

„Zu dieser Entwicklung wird auch beigetragen haben, dass mehr geförderter Wohnungsneubau auf die Märkte kommt. Dadurch wird das durchschnittliche Mietenniveau beim Erstbezug gedämpft“, erklärt Matthias Klupp aus der Geschäftsleitung von Analyse & Konzepte.

Am deutlichsten fiel mit 2,7 % das Wachstum der Erstbezugsmieten in dynamischen, städtisch geprägten Kreisen, wie Hannover, Leipzig, Dresden und Düsseldorf aus. Mit 2,1 % lagen auch die gering dynamischen, städtisch geprägten Kreise über dem Durchschnitt. Hierzu zählen beispielsweise das Düsseldorfer Umland sowie Magdeburg. An den hochdynamischen Standorten wie Hamburg, Stuttgart und München entwickelten sich die Erstbezugsmieten hingegen nur um durchschnittlich 0,8% nach oben.

„Gerade in den hochdynamischen Metropolen sind bei Neubau-Mietwohnungen kaum noch Steigerungen möglich. In diesen Städten ist der Zenit überschritten und es deutet viel auf einen Übergang in eine stabile Phase hin. Das kann auch daran liegen, dass dort mehr geförderte Wohnungen fertiggestellt werden. Deren Erstbezugsmieten dämpfen das durchschnittliche Niveau“, kommentiert Matthias Klupp die Zahlen. „Jetzt ziehen die Städte in der zweiten Reihe nach. Dort werden die Erstbezugsmieten durch verstärkten und tendenziell teureren Neubau noch weiter überdurchschnittlich steigen.“

In: Die Wohnungswirtschaft 08/2019

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